ARETE - Fundacion San Lucas
ARETE - Fundacion San Lucas

Integrale Betreuung im Frauenhaus ARETE

Im Frauenhaus Centro ARETE wird für die Frauen und ihre Kinder, die Opfer familiärer und sexueller Gewalt, sowie Kindesmisshandlung und Menschenhandels sind, sowohl eine gesicherte Unterkunft geschaffen als auch eine integrale Unterstützung durch soziale und juristische Hilfestellung gewährt.

Ziele des Betreuungsmodells von ARETE:

Solange ihr Leben oder ihre körperliche Unversehrtheit bedroht ist, wird den betroffenen Frauen und ihren Kindern für einen begrenzten Zeitraum eine sichere Unterkunft zur Verfügung gestellt.

  • Spezielle individuelle Betreuung oder in Gruppen, ermöglicht es den Betroffenen  die durch die Aggression verursachten psychischen und körperlichen Folgen zu verarbeiten, und sich zu festigen.
  • Alternative Prozesse unterstützen einen Neubeginn in ein gewaltfreies Leben durch gezielte Aktivitäten, die den Frauen Zugang zu Ressourcen bieten, einschließlich beruflicher Ausbildung und der nötigen Kontakte für eine Eingliederung in den Arbeitsprozess. 
  • Kindern, die entweder als Zeugen von Gewalt oder selbst als Opfer traumatische Erfahrungen machten, werden Therapiemöglichkeiten angeboten, bei denen auch psychopädagogische Aspekte mit einbezogen werden.   
  • Sobald eine Person in das Centro ARETE aufgenommen wird, werden die  im Modell vorgesehenen 3 grundsätzlichen Bereiche eingeleitet: Tagesablauf, individuelle Betreuung und Gruppenaktivitäten

Die Betreuung ist kostenlos, vertraulich und multidisziplinär 

Die Betreuung in Fällen familiärer Gewalt beinhaltet:

  • Psychologische Einzel- und Gruppentherapie
  • Aktuelle und weiterführende soziale Betreuung
  • Juristische Hilfestellung
  • Begleitung zu und Unterstützung bei Gerichtsverhandlungen
  • Medizinische Diagnostik und Behandlung
  • Beschäftigungsangebote 
  • Spielgruppen

 

Psychotherapie

 

Gruppentherapie mit jungen Menschen nach Gewalt- und Traumaerfahrungen

 

Ein zeitlich begrenztes gruppentherapeutisches Programm ergänzt einzeltherapeutische Maßnahmen mit jungen Menschen (ab ca zwölf Jahren).

 

Verschiedene Ziele sind damit verbunden:

  • Die traumatischen Erlebnisse können von der angstvollen und ohnmächtigen Einzelerfahrung zu einem Teil des vergangenen Lebens werden, das zwar erinnert wird, das aber das heutige Leben nicht mehr akut stört und belastet. 
  • In einer Gruppe von Gleichaltrigen und gleichermaßen Betroffenen finden die Teilnehmer Verständnis und Zusammenhalt.
  • Gemeinsam werden kreative Möglichkeiten und Handlungsweisen ausprobiert, um sich zu stabilisieren, sich in wiederkehrenden belastenden Situationen selbst zu helfen und sich als handlungsfähig zu erleben, sich gegenseitig zu unterstützen und neue Freundschaften zu entwickeln.
  • In praktischen Übungen werden neue Ideen umgesetzt. Zukunftsorientierte Themen geben den Ton an. Nicht die Probleme und Konflikte stehen im Zentrum der gemeinsamen Arbeit (und damit die Defizite), sondern eigene Stärken und Ressourcen, mit deren Hilfe die jungen Menschen anstehende Auseinandersetzungen konstruktiv führen können.
  • Das Erlebte kann dadurch eine andere Perspektive bekommen: die erlittenen Beschädigungen werden zwar nicht verleugnet, werden aber den (immer!) auch vorhandenen Fähigkeiten und Qualifikationen gegenüber gestellt.

 

Das Vorgehen ist klar strukturiert, auf etwa sechs Sitzungen begrenzt, hat einen klaren Beginn und Durchgang sowie ein klares Ende.

Methoden für Selbstfürsorge, äussere und innere Sicherheit, Rituale für Klage, Abschied und Neubeginn sowie die Gemeinschaft helfen dabei, die durch die traumatischen Erfahrungen entstandenen chaotischen Gefühls- und Gedankenwelten individuelle auszudrücken (mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen: reden, schreiben, malen und gestalten, singen, tanzen usw.), neu  zu ordnen und zu beruhigen. Am Ende steht eine praktische, konkrete Lebensplanung (z.B. für die kommenden sechs Monate), die zeigen wird, dass die Jugendlichen sich tatsächlich anders verhalten und damit erfolgreich sein können.

Psychomotorik

Psychomotorik als pädagogisches Konzept

Bewegungserfahrung ist eine fundamentale Voraussetzung für eine optimale motorische, kognitive, emotionale und soziale Entwicklung. Untersuchungen zeigen, dass gerade in den frühen Phasen der Entwicklung eine positive Wechselbeziehung zwischen Bewegung, Sprache und  Kognition besteht, die sich in Abhängigkeit voneinander entfalten, sich gegenseitig beeinflussen und so wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Kinder erschließen sich ihre Umwelt über den Körper und die Sinne. Vom ersten Tag des Lebens an gewinnen sie Erkenntnis und Wissen über sich selbst, über Mitmenschen, Dinge und räumliche Umwelt,  indem sie sich bewegen und tätig werden. Das Wissen über die Beschaffenheit von Dingen, die Funktion von Gegenständen, zeitliche und räumliche Dimensionen, erfährt das Kind durch eigene Bewegung, Erfahrung und Wahrnehmung und kann sich so Zusammenhänge erschließen.

Die Sprache ist eine der wichtigsten menschlichen Fähigkeiten die durch die aktive Auseinandersetzung mit der materiellen und sozialen Umwelt gelernt wird und das Kind prägt. Die kindliche Entwicklung ist eine Einheit von Wahrnehmung, Handlung, Fühlen und Denken  - also sensomotorisch - motorisch, emotional, sozial und kognitiv. Voraussetzung dafür ist eigenes Handeln. Der aktive Gebrauch der Sprache, angefangen mit der Motorik (Muskeln, Gelenke, Stimmbänder)des Mundes zur Bildung von  Lauten, einzelnen Wörtern bis hin zu strukturierten Sätzen, ist entscheidend für die Sprachkompetenz. Lange vor der verbalen Sprache wird motorisch über Gesten, Mimik, Gebärden und Körpersprache Kontakt zur Umwelt aufgenommen, in nonverbale Kommunikation getreten. Alles was das Kind zu Aktivität und eigenem Handeln anregt, wo Körper, Bewegung, Sprache, Stimme, Gefühle eingesetzt werden können, trägt dazu bei sich mit sich selbst, mit anderen Personen und der Umwelt auseinander zu setzen. Durch Spiel, Bewegung und Sprache entdecken Kinder die Welt, setzen sich mit sozialen und dinglichen Gegebenheiten auseinander, beeinflussen sie und eignen sie sich an.

Einflussbereiche der Psychomotorik

Motorik: Körperbeherrschung, Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft, Geschicklichkeit, Ausdauer

Kognition: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Wissensaneignung, Verstehen, Anwendung, Analyse, Synthese, Evaluierung 

Sensomotorik: Sprache, Grundlagen des Lesens, Schreibens, Rechnens, Kreativität, Verständnis von Raum und Zeit, visuelle und akustische Fähigkeit

Emotional- und Sozialverhalten:  Bewusstsein für Werte, Normen und Regeln, Empathie, Bewertungskriterien, Organisationsvermögen, Erkennen eigener und fremder Gefühle und damit umgehen, Beziehung aufbauen zu anderen Kindern und Erwachsenen, Gebrauch verschiedener Kommunikationsformen, erkennen von individuellen Unterschieden und Interessen, eigenen und fremden Bedürfnissen

 

 

Anti AIDS/HIV Maßnahmen

Anti AIDS/HIV Maßnahmen

  • Beratung zu Risikofaktoren (sexuelle Freizügigkeit, korrekter und regelmäßiger Gebrauch von Kondomen und Gleitmitteln), Erhebung zu Sexualpraktiken und sexueller Orientierung, Verteilen von Kondomen.
  • Beratung zum freiwilligen AIDS Test: ausführende Stellen (öffentliches Gesundheitswesen oder geeignete private Institutionen), Art der Durchführung, Befragung zur Partnerschaft.
  • Beratung zu Geschlechtskrankheiten und Übertragungsrisiken, Risikobewertung von ITS für die infizierte Personen  und deren Partner, angemessene Hilfestellung bzw Hinweise zu behandelnden Stellen.
  • Beratung zu Familienplanung, einschließlich Aufklärung hinsichtlich  der Risiken bei HIV positiven Personen und deren Partner, angemessene Hilfestellung bzw Hinweise zu Institutionen für Familienplanung.
  • Beratung und Förderung von Interessengruppen und Selbsthilfegruppen. Empfehlungen und Motivierung zur Teilnahme, Einführung von  HIV positiven Personen zu gemeinschaftlichen Veranstaltungen und Angeboten; angemessene Hilfestellung oder Hinweise zu entsprechenden Programmen.   
  • Beratungsangebot und Hinweise zu Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt.
  • Organisieren von Maßnahmen gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von Personen mit HIV und Personen mit sexueller Diversität.
  • Durchführen von HIV Schnelltests.
  • Medizinische Betreuung: Untersuchung bei Schmerzen und  im klinisches Stadium basierend auf  WHO-Norm, Umgang mit Sekundärinfektionen, Untersuchung auf Tuberkulose, Ernährungshinweise.
  • Gründung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen, Erhebungen zur laufenden Nachsorge bei den betreuten Personen.

Die kombinierten Angebote in Schlüsselbereichen der Bevölkerung und für  HIV infizierte Personen beinhalten strukturelle Hilfen, biomedizinische Hilfen und Verhaltensregeln.

 

Methodologie:

 

  • Video Foren
  • Partnergespräch
  • Informationsveranstaltungen und Schulungen
  • Beratung für Prostituierte, Homosexuelle, Transsexuelle und Bisexuelle  hinsichtlich Verhaltensweisen
  • Beratung vor und nach dem AIDS Test
  • Durchführen von HIV Schnelltest und Information über Resultat
  • Empfehlen und verteilen von Kondomen und Gleitmitteln, Gebrauch erklären 
  • Mittels der Selbsthilfegruppen Informationsveranstaltungen und Hilfestellung durchführen  für HIV infizierte Personen
  • Informationsmaterial verteilen
  • Information zu Menschenrechten und rechtliche Situation

Gewaltpraevention

Einführung in das Programm der Gewaltprävention an Schulen

Prävention bedeutet die Analyse der möglichen Ursache einer Verhaltensauffälligkeit, und ein pädagogisches Hilfsangebot an die Eltern und die Lehrer der Kinder und Jugendlichen. Den Kindern und Jugendlichen die durch ein hohes Gewaltpotential auffallen, fehlen in der Regel bestimmte soziale Fähigkeiten, wie z.B. Empathie und Impulskontrolle von Wut und Ärger. Sie kennen keine sozialkompatiblen Verhaltensweisen, die ihnen den Umgang mit schwierigen Situationen erleichtern würden.  Wichtig ist dabei wie das Lehrpersonal, die anderen Schüler und die Familienangehörigen auf gewalttätiges Verhalten in der Schule reagieren. Gewalt und schwierige Situationen sollten durch für alle bindende Normen und Regeln geregelt werden. Dazu zählt auch die Nichtbeachtung dieser Regeln. Allerdings können diese Maßnahmen nur einen Teil der Problematik lösen, sie können aber durchaus positive Auswirkungen haben. 

 

Das Hauptziel ist der intrapersonelle Lerneffekt  und der Lerneffekt im zwischenmenschlichen Bereich: emotional, körperlich und kognitiv. Dadurch werden Verhaltensänderungen bei einzelnen Personen und damit auch im gruppendynamischen Bereich erreicht.   

 

Die Gewaltprävention wird regelmäßig und in Absprache mit dem Erziehungsministerium durchgeführt in CDI/Kindergärten, Vorschulen, Primar- und Sekundarstufen.

Angeboten werden außerdem Elterngruppen und Seminare für das Lehrpersonal des MINED.

 

Hauptbereiche der Präventionsarbeit:

Selbstwertgefühl: Selbstbestimmung, persönliche Fähigkeiten, Selbstbewusstsein, Selbständigkeit, Unabhängigkeit 

Körperbewusstsein: anatomische Strukturen, Körpersignale spüren und erkennen, Kontrolle und Organisation der Bewegungsabläufe, eigene und fremde Körpergrenzen erkennen und respektieren, angenehme und unangenehme Berührungen

Emotionen: Intensität, Situationen, eigene und fremde Aggressionen, Anspannung, Angst, Freude, Traurigkeit

Gewalt und Konfliktsituationen: verschiedene friedliche Lösungsansätze, Selbstverteidigung, Strategien um Konflikte zu vermeiden und entschärfen, Arten und Auswirkungen von Gewalt, Sexueller Missbrauch

Kommunikation und Interaktion: familiär- schulisch- freundschaftlich, verbal, nonverbal, körperlich, zwischen Gleichaltrigen, zwischen Kindern- Jugendlichen und Erwachsenen, defensive Strategien  

Vertrauen/ Misstrauen: Vertrauen gewähren und erhalten, bedingungslose Unterstützung, freundschaftliche Beziehungen, Menschenhandel

            Mythos und Aberglaube: Rollenverständnis, Geschlechterrolle

Gesetz zu Kinderrechten in Nicaragua, UN Kinderrechtskonvention  

 

Methoden und Vorgehensweisen:

Psychologische Betreuung: Psychotherapie Einzelbehandlung, Gruppentherapie, Psychodrama, Soziodrama

Angebotene Aktivitäten im Freizeitbereich: Theater, Marionettentheater, interaktives Theater, Erzählungen und Lesestunden, Tanz, Musik

Entspannungsmethoden: unterschiedliche Entspannungsformen für Kinder und Jugendliche

Psychomotorische und sportliche Aktivitäten: Spiele, Bewegungsspiele, Ballspiele

Basteln: mit einfachen Materialien

 

Sachverstaendigengutachten

SACHVERSTÄNDIGENGUTACHTEN      

Das Sachverständigengutachten soll klar strukturiert sein. Es ist klar im Ausdruck, ohne an Genauigkeit zu verlieren und ohne Fachterminologie anzuwenden. In den Fällen in denen dies unabdingbar ist, wird eine leicht verständliche, aber präzise Erklärung angefügt. Das Gutachten soll nicht übertrieben lang sein, kurz aber detailliert genug um die nötigen Informationen zu vermitteln.  

Entspannungstraining

Entspannungstraining

Entspannung bedeutet emotionales und körperliches Wohlbefinden. Die angenehme entspannende Reaktion entsteht durch eine körperliche Aktivität und/oder durch einen mentalen Prozess. Es gibt eine große Auswahl an unterschiedlichen aktiven und passiven Methoden. Aktive Methoden sind Meditieren und  aktives Anspannen und Entspannen der Muskulatur. Die Methoden mit spürbarer muskulärer Anspannung und  darauffolgender Entspannung sind in der Regel leichter zu erlernen, da hier eine deutliche Wahrnehmung erfolgen kann. Aktive Methoden sind individuell und selbständig durchführbar. Passive Methoden werden durch einen Therapeuten oder Partner durchgeführt. Zusätzlich werden spezielle Entspannungstechniken für Kinder angeboten.

Alle Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit verschiedene Methoden unter Anleitung auszuprobieren und die am besten geeignete zu erlernen. Grundsätzlich werden Gruppensitzungen angeboten, es gibt aber auch die Möglichkeit der Einzelbehandlung.

Angebotene Entspannungstechniken:

  • Autogenes Training
  • PMR Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Entspannung durch angewandte Atmung
  • Meditation
  • Yoga
  • Qi Gong
  • Körperreise
  • Phantasiereise
  • Körperbewusstsein
  • Visualisieren
  • Sicherer Ort

 Fundación San Lucas San Carlos - Río San Juan/Nicaragua

Calle del Comercio

Tel.: (505)25830049-0109

aretesancarlos@gmail.

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fsl@aretesancarlos.com

CENTRO DE ATENCION PSICO-SOCIAL EN  EL DEPARTAMENTO DE RIO SAN JUAN, NICARAGUA

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